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Steinpyramide

Die Steinpyramide

Im Herbst des letzten Jahres, kurz vor Samhain, habe ich mich aufgemacht, einige kraftvolle Orte im Raum Groß Gerungs im österreichischen Waldviertel zu besuchen. In diesem und den möglicherweise noch folgenden Beiträgen will ich hiervon berichten.

Mein erstes Ziel war die weithin bekannte Steinpyramide. Am Parkplatz angelangt, erwartete mich außer ein paar neugierige Waldbewohner eine große Informationstafel. Darauf war zu lesen:

Infotafel Steinpyramide

Ausgangspunkt: Parkplatz zur Steinpyramide
Streckenlänge: 2 km, Gehzeit: 40 Min.
Streckencharakteristik: 100% Waldweg
Tiefster/höchster Punkt: ca. 666 m/726 m

Die beeindruckende Steinpyramide liegt im Neuwald bei Ober Neustift und besteht aus kreisförmigen Stufen mit einer Gesamthöhe von 6,8 m. Der Durchmesser der untersten Stufe ist  16,5 m, jener der obersten 7,2 m. Die sternförmig angeordneten geomantischen Linien machen diesen Ort zu einem besonderen Kraftplatz. Wann sie erbaut wurde und welchem Zweck sie diente, ist bis heute unbekannt - ein ungelöstes Rätsel.

Die Wanderung beginnt am Parkplatz-Steinpyramide. Auf dem gut begehbaren Forstweg (er ist auch rollstuhlgeeignet) kommst du an dem Runenstein vorbei, passierst eine Hinweistafel und gelangst in ca. 20 Minuten zu diesem wirklich beeindruckenden Steingebilde.

Pyramiden sind geheimnisvolle Boten aus der Vergangenheit, sie sind immer Orte der Kraft, aber auch der Wandlung und der Entwicklung. Lass die Energie und die Kraft dieses geheimnisvollen und sicherlich in Mitteleuropa einzigartigen Platzes auf dich wirken!

Du wanderst am selben Weg wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Runenstein, dachte ich, na da bin ich mal gespannt. Und los gehts. Niemand sonst war unterwegs und außer dem Wind, der an diesem Tage sehr heftig blies, war im Wald nicht viel zu hören. Allerdings hat der starke Wind auch die Regenwolken der letzten Tage aufgerissen und mir relativ viele sonnige Abschnitte beschert. Ich genoß die kurze Wanderung, da es auf dem Weg fast windstill war und mir die Sonne ins Gesicht schien.

Nach kurzer Zeit erreichte ich den Runenstein. Ein kaum zu übersehender Monolith zwei Meter links vom Forstweg mit einer Sitzbank davor. Ich stellte mich davor und habe die Runen auf mich wirken lassen. Mir fiel gleich auf, daß es sich offenbar um zwei Worte handeln muß. Die Zeichen des ersten Wortes waren HAGAL, EH, IS und LAF – also HEIL. Da dämmerte es mir bereits !!

Der Runenstein
Der Runenstein - Runen kenntlich gemacht

Wenn denn tatsächlich jemand in der Zeit der Runen “Heil” zum Ausdruck hätte bringen wollen, dann hätte er die Runen SIG, AR und LAF, also SAL verwendet. Wir kennen diesen Begriff auch noch heute z. B. bei den SALinen oder den saligen, also den heilbringenden Frauen.

Wer also immer das in den Fels gemeißelt hat, hat vor weniger als 100 Jahren gelebt – so meine Überlegungen. Die restlichen Runen will ich euch nicht vorenthalten. Sie lauten: BAR, IS, SIG, MAN, AR, RIT, C, KA (Hinweis: Ich beschäftige mich nur mit dem 18ner FUTHORK als Heilszeichen der Schöpfung. Daher ist mir das “C” nicht geläufig).

Anhang: Ich habe die Gemeinde Groß Gerungs angeschrieben und um nähere Hinweise bzgl. dieser Runeninschrift gebeten. Die Antwort füge ich am Ende dieses Beitrages als Anhang bei.

Ich ging den Weg zur Steinpyramide weiter, habe meinen Geist geleert, mich intuitiv mit dem Wald verbunden, und wäre fast an der angekündigten weiteren Informationstafel vorbei gelaufen. Hier geht es auch rechts ab und man kann die Steinpyramide am Ende des Weges bereits erahnen. Auf der Tafel ist zu lesen:

Weg zur Steinpyramide
Weg zur Steinpyramide
Ältere Geschichte
Die geschichtlichen Hintergründe der Steinpyramide sind im Dunkeln, es sind keine schriftlichen Aufzeichnungen darüber bekannt. Fest steht, dass es sich hier um einen radiästhetisch bedeutsamen Kraftplatz handelt. Es gibt Meinungen, dass die Steinpyramide bereits in der Zeit der Kelten, das heißt vor ca. 2000 Jahren, als Grab- oder Kultstätte entstanden sein könnte.

Auch gibt es die Ansicht, dass sich hier eine mittelalterliche Signalstation zum Abbrennen von Warn-Feuerzeichen befunden hätte. Über den Steinberg führte ein alter Verbindungsweg von Etzen nach Rosenau, dessen höchster Punkt beim Steinkegel lag. Der Berg war lange Zeit nicht bewaldet (daher der Name Neuwald) und bot daher eine gute Aussicht.

Das Objekt wird auch mit den Freimaurern im Schloss Rosenau in Verbindung gebracht. Es war zur Zeit der zweiten Hälfte des 18. Jhds bis zur ersten Hälfte des 19. Jhds im Besitz von G. Ritter von Schönerer und gehörte somit zur Herrschaft Rosenau.

Jüngere Geschichte
Das Objekt war bei der Bevölkerung schon immer als „Stoanahaufn auf'n Stoaberg" bekannt.
Ab den 70er Jahren begannen sich Heimatforscher und Wissenschaftler mit seinen Besonderheiten zu befassen, wobei verschiedene Zusammenhänge erforscht wurden.

Da die Pyramide im Laufe der Zeit auch durch Gelegenheitsbesteiger immer mehr Schaden nahm und an zwei Seiten Einbrüche am Mauerwerk auftraten sowie ein starker Baumbewuchs vorhanden war, wurde sie im Jahr 2000 von der Stadtgemeinde Groß Gerungs in Zusammenarbeit mit dem Land NÖ renoviert. 2007 entstand erneut ein größerer Schaden an der Pyramide, der noch im selben Jahr behoben wurde. Durch Unwetter konnte sich der sanierte Teil nicht festigen und nach kurzer Zeit rutschten die Steine erneut herab.

Derzeitige Situation
Die Absicht der Stadtgemeinde Groß Gerungs, eine neuerliche Aufschichtung der Steine vorzunehmen, wurde nach Rücksprache mit Fachfirmen für dieses Gebiet und dem Österreichischen Verband fürRadiästhesie & Geobiologie wieder fallen gelassen. Nach Ansicht der Fachleute aus dem In- und Ausland müssten eine umfangreiche Fundierung und ein Ausmauern des Kerns des Bauwerks mit Beton erfolgen, um eine längerfristige Stabilisierung zu erreichen.

Der Österreichische Verband für Radiästhesie & Geobiologie, namhafte Geomanten und Radiästheten vertreten jedoch die Ansicht, dass durch diese Maßnahme die Energien des Platzes erheblich gestört werden und man bis zum Erlangen neuer Erkenntnisse vorläufig auf eine Wiederinstandsetzung verzichten sollte.

Viele Beispiele rund um den Erdball haben gezeigt, dass sich die Renovierung derartiger Kultbauten sehr nachteilig auf die Energiequalitäten des Bauwerkes und auch des Platzes auswirken.

Wir bitten daher um Verständnis für den derzeitigen Zustand der Pyramide.
Stadträtin Liane Schuster, Groß Gerungs, Juni 2011

Jetzt aber genug gelesen. Im Folgenden habe ich mir das Bauwerk genau angesehen und die Energie auf mich wirken lassen. Nach einer gar nicht allzu langen Zeit kam die Inspiration, die Steinpyramide dreimal um Uhrzeigersinn zu umrunden und dabei die Runenfolge MAN-UR-TYR zu rezitieren. Nach einem kurzen Dankgebet und einem kleinen Opferritual habe ich energetisch vollgetankt diesen Ort frohsinnig verlassen.

Nachbetrachtung

Die Steinpyramide von Groß Gerungs, die einzige ihrer Art in Mitteleuropa, erstrahlt nicht nur als faszinierendes archäologisches Monument, sondern birgt auch ein tiefgründiges Rätsel, das die Neugier der Besucher weckt. Bestehend aus vier kreisförmigen Ringen präsentiert sich die Anlage mit beeindruckenden Dimensionen. Der Durchmesser der untersten Stufe beträgt 16,80 Meter, während die oberste Stufe einen Durchmesser von 7,20 Metern aufweist. Die Höhe jeder einzelnen Stufe beläuft sich auf 1,80 Meter.

Im Jahr 2000 erfuhr dieses ehrwürdige Bauwerk eine Rettung vor dem Verfall, als die Stadtgemeinde Groß Gerungs in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt eine umfassende Renovierung durchführte. Doch nicht nur die physische Erhaltung des Denkmals ist von Bedeutung, sondern auch seine spirituelle Dimension macht die Pyramide zu einem einzigartigen Kraftplatz.

Steinpyramide Geomantie

Nach eingehenden Untersuchungen durch den renommierten Radiästhesisten Alois Melber enthüllt sich die magische Aura dieses Ortes.

Sternförmig durchzogen von vier rechtsdrehenden Wasseradern und vier geomantischen positiven Linien, wird die Pyramide zu einem energetischen Zentrum.

Diese Linien verlaufen geschickt im Raum und laufen schließlich im Herzen der Pyramide zusammen, an einem sakralen Kreuzungspunkt, der eine einzigartige Verbindung von Energien darstellt.

Für diejenigen, die den Ort aufmerksam betrachten, offenbart sich eine harmonische Synergie zwischen den natürlichen Kräften, die diesen Platz durchziehen. Zwei auserkorene Beobachtungspunkte, von denen einer direkt auf einer Kraftlinie steht, laden die Besucher ein, die vitalisierenden Energien zu spüren und ihre eigenen Kräfte aufzutanken.

In der Stille dieses einzigartigen Ortes können die Besucher nicht nur die äußere Schönheit der Pyramide bewundern, sondern auch die innere Resonanz mit den erdenden und inspirierenden Energien erleben. Die Steinpyramide von Groß Gerungs bleibt somit nicht nur ein historisches Denkmal, sondern wird auch zu einem Ort der spirituellen Einkehr und Erneuerung. Ein Ort, der mit seiner geheimnisvollen Vergangenheit und spirituellen Gegenwart gleichermaßen fasziniert.

Anhang

Wie versprochen, hier die Antwort auf meine Anfrage Bezüglich des Runensteins:

Sehr geehrter Herr Brand,

vielen Dank für Ihr Mail und Ihr Interesse an unseren Kraftorten und dem Runenstein.

So weit wir wissen, geht die Inschrift auf dem Runenstein auf Georg Ritter von Schönerer zurück und bedeutet, wie Sie es angenommen haben, "Heil Bismarck".

Schönerer war von 1883 bis 1921 Besitzer von Schloss Rosenau und ein Verehrer von Bismarck. Es gibt bei Schloss Rosenau auch den Bismarckturm und noch zwei weitere Runensteine.

Schönerer war ein Vordenker des Nationalsozialismus, bei dem leider die Runen in abgewandelter Form für verschiedene Symbole verwendet wurden.
Weitere Infos über die Runensteine finden sie unter:
https://www.zwalk.at/die-runensteine-von-schlos-rosenau/

Herzliche Grüße und noch ein schönes Wochenende
Liane Schuster
Gemeinderätin der Stadtgemeinde Groß Gerungs

Ich danke der Stadtgemeinde Groß Gerungs für die Wertschätzung und Erhaltung dieser Orte, sowie für die ansprechende Aufbereitung der vorhandenen Informationen.

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