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Die Befreiung deiner Seele – Teil 2

Die Befreiung deiner Seele

Die Befreiung deiner Seele. Ein Kapitel aus dem Buch Druidentum Heute in drei Teilen.

Unser Leben ist voller Erinnerungen daran, was wir wollen und schätzen sollen. Wenn wir Zeit mit Menschen verbringen die diese Werte verstärken ist es noch schwieriger, uns von diesen zu befreien. Es könnte daran liegen, daß viele Menschen kein Gefühl mehr dafür haben, daß das was sie anstreben nicht die einzige Option in ihrem Leben ist. Diese kapitalistischen Ziele rund um Einkommen und Eigentum werden uns unser ganzes Leben lang eingeprägt, so daß es schwer ist, einen größeren Lebensinhalt zu erkennen.

Wir können uns hier an anderen Säugetieren orientieren. Keine anderen Tiere träumen vom Konsum so wie wir es tun. Die meisten Säugetiere suchen nach ausreichend Nahrung und Unterschlupf. Dann suchen sie Ruhe und Spiel. Soziale Säugetiere gehen Bindungen ein und tun Dinge, die ihren Platz in der Ordnung ihrer Gruppe bestätigen. Manchmal können sie den Rang anfechten – normalerweise als junge Böcke, die nach Paarungsmöglichkeiten suchen – aber dies macht einen kleineren Teil ihres Lebens aus. Wenn Säugetiere die Wahl haben, begeben sie sich oft in die Sonne oder in den Schatten, pflegen sich und ruhen sich aus. Das sind jene Aktivitäten, die im westlichen Menschenleben wirklich knapp bemessen sind. Anstatt die Ruhe zu suchen, nach der wir uns sehnen, wird uns die Vorstellung verkauft, daß ein Auslandsurlaub diese Bedürfnisse erfüllen würde. Da wäre auch noch der rabattierte SPA Tag oder eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Wir müssen nur noch etwas härter arbeiten damit wir das bezahlen können. Dann können wir mit einem Angebot sicherlich das ersetzen, was uns bereits fehlte.

Die meisten Säugetiere nehmen sich die soziale Zeit die sie brauchen oder sie gehen alleine in die Einsamkeit, wenn es ihnen passt. Unsere Arbeitsplätze zwingen uns in Kontakt mit Menschen zu treten, die wir nicht besonders mögen. Dazu berauben uns unsere Arbeitszeiten jener Zeit mit Menschen, deren Gesellschaft wir genießen. Unsere Häuser und sozialen Räume sind zunehmend mit technischen Gegenständen gefüllt die uns daran hindern, direkt mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Wenn du erschöpft bist und dir wenig Freizeit zur Verfügung steht, wirst du keine Gelegenheit haben jene Erholung und das Vergnügen zu finden, welches du in der Gesellschaft anderer Menschen haben könntest. Du wirst keine Freude an tiefen Beziehungen haben. Die Werbung sagt uns ja, daß das moderne Leben hektisch und schnelllebig sein soll und daß man sehr hart rennen muss, um all die Dinge zu tun. Du kannst in der Zwischenzeit ein Bier kaufen was in aller Regel nicht dazu führt, daß sich dein auf Pump gekauftes Sofa spontan mit Freunden füllt.

Achte auf die Inhalte deiner Tagträume. Nimm dir die Zeit und beschäftige dich mit deinen eigenen Sehnsüchten und Wünschen. Achte genau darauf, wie viel davon unmittelbar mit den derzeitigen Erfordernissen des Wirtschaftsmarktes verbunden sind. Suche nach jenen Dingen die in deinem Kopf lebendig sind und welche an dich verkauft wurden, weil irgendwer damit seinen Gewinn vervielfachen könnte. Untersuche genau deine Überzeugungen über dich selbst und dein Leben. Überlege, wie zufrieden du dich dabei fühlst. Bist du gut genug? Ist dein Leben gut genug? Wenn die Antwort nein ist, frage dich, warum das tägliche Wunder deines Lebens nicht genug für dich ist. Frage dich, was deiner Meinung nach besser wäre. Bringe Möglichkeiten und Annahmen, welche deine Entscheidungen im Leben beeinflussen, ans Licht und prüfe diese. Menschen sind soziale Säugetiere und als solche ist es uns wichtig, zu allen anderen zu passen. Wir wollen dazu gehören. Das ist nichts, wofür man sich schämen müsste. Es ist einfach ein Teilbereich unseres tierischen Selbst. Es ist jedoch eine Eigenschaft, die leicht ausgenutzt werden kann. Die Angst, ausgeschlossen zu sein oder abgehängt zu werden, wird regelmäßig genutzt um uns konsumieren zu lassen. Dabei wird nicht einmal hinterfragt ob es wirklich eine gute Idee ist.

Der ungezügelte Ressourcenverbrauch, welcher hierdurch verursacht wird, ist nicht einmal zu unserem Vorteil. Ganz im Gegenteil wirkt sich dies eher schädlich auf uns aus. Wir brauchen körperliche Aktivität sowohl für das geistige als auch für das körperliche Wohlbefinden. Die scheinbare Bequemlichkeit, den ganzen Tag in Büros zu sitzen und sich in Autos fortzubewegen, ist überhaupt keine Bequemlichkeit. Ja, das macht uns zu besseren Arbeitssklaven. Vor allem aber macht es uns krank. Wir beschäftigen uns nicht mit unserem Stress. Wir ignorieren ihn, weil wir nicht damit umgehen können. Das Arbeitsleben verursacht andauernd Kampf- und Fluchtreaktionen, die wir nicht ausleben können. Wir kommen nicht wirklich in jene Bewegung die uns stark und gesund hält. Als Folge davon erleiden wir unter anderem Depressionen und eine spürbare Zunahme des Körpergewichts, was uns noch tiefer in das Unwohlsein treibt. Katzen können 23 Stunden am Tag schlafen. Aber selbst Katzen nutzen diese eine verbleibende Stunde, um sich intensiv zu bewegen. Wir erlauben unseren Körpern nicht die Bewegungsfreiheit die sie brauchen, um gesund zu sein.

Wir machen genau das Gleiche mit vermeintlich bequemen Lebensmitteln, welche sich alsbald als nährstoffarm, verkocht, fad, voller Zucker, zu stark gesalzen und mit chemischen Konservierungsmitteln, Farbstoffen und Aromen beladen herausstellen. Die Bequemlichkeit von vorverpackten, vorgekochten und vorverdauten Lebensmitteln spart uns angeblich Zeit und Mühe. Im Gegenzug erhalten wir dafür etwas, das unseren Körper kaum ernährt. Die Bequemlichkeit etwas in die Mikrowelle zu stecken, bevor wir uns schnell der nächsten Sache zuwenden, beraubt uns der sozialen Mahlzeiten. Wir nehmen uns die Familienbindung und wir entledigen uns der wertvollen Zeit Essen mit Freunden zu teilen. Wo eilen wir nur in aller Hektik hin? Was um alles in der Welt ist so viel wichtiger, als unsere grundlegendsten Bedürfnisse nach anständiger Nahrung in einem harmonischen sozialen Umfeld zu befriedigen? 

Wir kaufen Mode bequem von der Stange. Abgesehen davon, daß es nicht sehr praktisch ist, weil eine Größe fast niemandem passt, sind die Teile nicht gerade Ausdruck menschlicher Kreativität. Wir machen Kleidung interessanter, indem wir sie regelmäßig wegwerfen und durch neue, ebenso fade wie schlecht sitzende Alternativen ersetzen. Es ist nicht wirklich befriedigend. Kaum hat man das “Must-have”, ist es auch schon wieder veraltet. Du wirst nie aufhören Kleidung zu kaufen, wenn du stetig diesem Zeitgeist folgst und “im Trend” sein willst. Abgesehen davon, daß dies anstrengend ist unterstützt du damit auch eine der umwelt zerstörerischsten Industrien die wir haben.

QUELLE: Auszug aus dem Kapitel “Die Befreiung deiner Seele” aus dem dem Buch Druidentum Heute. Das Buch kann als Druckversion oder als EPUB direkt über den Verlag bestellt werden.

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