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Gemeinschaft (s) Lösungen

Unser Keltendorf_Gemeinschaft

Gemeinschaft ist weit mehr als die Summe ihrer “Teile”.

Wir leben in einer Zeit individueller Probleme. Körperliche Krankheiten, psychische Störungen, Armut, Einsamkeit und all die anderen Plagen in unserem Leben werden im Allgemeinen als unmittelbar dem Menschen anhaftende Probleme behandelt, die einer individuellen Lösung bedürfen. Genau diese Art von Individualismus ist Teil unserer kollektiven Krankheit.

Wir fördern weder die individuelle Kreativität und die Ausdrucksmöglichkeiten der Menschen, noch schaffen wir den Raum um ein wirklich vielfältiges und innovatives Leben führen zu können. Die meisten von uns sind dazu gezwungen, von einem Tag auf den anderen so weiterzumachen. Vollkommen egal ob uns das überhaupt passt oder nicht.

Der moderne Individualismus

Der moderne westliche Individualismus ist eine schädliche Sache. Es ist eine individuelle Identität durch Markenwahl. Es ist der Kult des Egoismus und der Glaube, daß andere Menschen mit ihren Problemen selbst fertig werden sollen. Es ist der Verlust der Fähigkeit, einander zu helfen und sich selbst helfen zu lassen. Es ist eine Wertschätzung der Trennung, des Mangels an Mitgefühl und des Mangels an Empathie. Wir klammern uns schützend und besitzergreifend an uns selbst, weil so viele von uns an nichts anderem mehr festhalten können.

Alles ändert sich, wenn wir uns und alles, was wir wahrnehmen, als eine vernetzte Lebenseinheit betrachten. Wenn wir unseren Platz in Landschaften, Ahnenreihen, Ökosystemen, Gemeinschaften und Kultur erkennen, sehen wir, welche Macht wir haben, um anderen zu helfen und sie zu unterstützen. Genau in der gleichen Art und Weise wie auch uns geholfen wird und wir Unterstützung erfahren. Keiner von uns existiert isoliert. Dennoch sind viele von uns in eigenen und fremden Geschichten gefangen, die uns das Gefühl geben, isoliert zu sein. Wenn wir glauben, daß wir alles alleine tun müssen und daß uns niemand helfen kann, werden wir keine Hilfe in unserem Leben zulassen. Dann werden wir auch nichts anderes tun, als uns nur um uns selbst zu kümmern.

Gemeinschaft ist mehr als die Summe ihrer Teile

Gemeinschaften sind viel mehr als die Summe ihrer Teile. Gemeinsam koordinierte Handlungen bringen weit mehr als viele einzelne Bemühungen. Viele der Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, sind im Kollektiv entstanden und können nicht durch individuelle Maßnahmen gelöst werden. Psychische Probleme sind hier ein typisches Beispiel. Die meisten von uns werden nicht von alleine krank. Wir werden krank durch Stress und Armut, durch Schlafmangel und Überarbeitung, durch Prüfungsdruck und wirtschaftliche Unsicherheit. Wir werden krank, aus Mangel an Bewegung, aus Mangel an Freizeit und angemessener Ruhe. Wir werden krank aus Mangel an Bäumen und sanften Grünflächen. Wir verlieren unser Selbstwertgefühl durch Missbrauch und Mobbing. Wir verlieren unsere Hoffnung angesichts von Politikern, denen nur Geld am Herzen liegt. Wir schauen auf den Zustand der Welt und sind besorgt. Es ist fast unmöglich, sich von diesen Zuständen allein zu heilen.

In Gemeinschaften entsteht die Fähigkeit der Anpassung. Wenn wir von echten Gemeinschaften reden, sprechen wir von Menschen geschaffene Räume, in denen sich Menschen bemühen, miteinander in Kontakt zu treten, um sich gegenseitig zu unterstützen. Räume, in denen Respekt eine Selbstverständlichkeit und Zusammenarbeit die natürliche Ordnung der Dinge sind. Ein Raum, wo nicht die lautesten Stimmen dominieren. Einen Raum wie diesen zu schaffen, ist eine radikale Handlung. So viele unserer Räume werden von Menschen dominiert, die bereits viel zu viel Macht haben. Wenn aggressive, wettbewerbsorientierte Ansätze die Norm sind, dann werden viele Menschen verdrängt. Wenn soziale Räume geschaffen werden um jenen zu dienen, die bereits Gesundheit und Wohlstand haben, werden die anderen ausgeschlossen. Wir brauchen jetzt eine maximale Einbeziehung. Wir müssen genau hinsehen, wer durch Ausgrenzung nicht mit an unseren Tischen sitzt, oder erst gar nicht zur Tür herein kommt.

Hindernis für Gemeinschaft

Armut ist ein massives Hindernis für Teilhabe. Wer es sich nicht leisten kann auszugehen, zu reisen, vorzeigbare Kleidung zu kaufen und seine Wäsche zu waschen, hat keine oder wenig Teilhabe am sozialen Leben. Menschen in Armut neigen nicht dazu, so etwas zu verkünden. Jeder der es erlebt hat weis, es ist demütigend. Schweigend und unbemerkt bleiben Menschen, die es sich nicht leisten können, an den Tisch zu kommen. Armut überschneidet sich häufig mit Behinderung. Es gibt nichts Schlimmeres als ein Gesundheitsproblem das dich auch finanziell an den Rand drängt. Auch hier gibt es keinen Anlass zu verkünden, wie schwer die Dinge sind. Elternschaft ist eine weitere Sache, die dich heutzutage wahrscheinlich in die Armut treiben wird. Besonders für Frauen welche die Hauptlast der Sparmaßnahmen zu tragen haben, kann Elternschaft eine große Isolation bedeuten.

Allzu oft bedeutet „Gemeinschaft“ Menschen gleichen Alters, gleicher Rasse, Bildungsgrad und wirtschaftlicher Hintergrund. Viele von uns fühlen sich am wohlsten mit Menschen gleichen Standes und gleicher Art. Ein solcher Club bestätigt uns nur und fordert uns nicht heraus. Einfach mal nachfragen, wer fehlt, kann schon sehr unbequem und herausfordernd sein. Es kann ein schmerzhafter Prozess sein, sich die gesetzten Normen deiner Gruppe anzusehen, um klar zu verstehen, mit welchen Maßnahmen einige Leute ferngehalten werden. Das ist der Schmerz der auftritt, wenn man sich mit seinen eigenen Vorzügen auseinandersetzt. Das muss getan werden. Ein Raum für gesellschaftliche Teilnahme sollte nicht von jenen Menschen geschaffen werden müssen, die am Rande der Gesellschaft am dringendsten der Hilfe bedürfen. Die Last das zu tun liegt bei jenen, die am meisten haben.

Gemeinschaft ohne Ausgrenzung

Natürlich möchten wir als Heiden Räume schaffen, ohne andere Menschen auszugrenzen. Wir haben keinen Alleinanspruch auf die Natur. Es ist immer wichtig zu hinterfragen, ob wir durch unsere Gruppe und unser Handeln möglicherweise andere Menschen ausgeschlossen haben. Sind wir zum Beispiel offen für alle Altersgruppen? So viele Räume schließen Kinder aus und damit auch die Eltern. So viele Räume haben massive Ungleichgewichte zwischen den Geschlechtern und tendieren nur zur Beteiligung der sogenannten Mittelschicht. Ausgrenzung kann ein feiner und unsichtbarer Prozess sein. Wer sich nicht bewusst damit beschäftigt, wird das vielleicht gar nicht bemerken. Echte Anpassungsfähigkeit entsteht durch das Einbeziehen. Du musst es nicht einmal selbst bewerkstelligen. Wenn du über Mittel verfügst, dann kannst du diese einfach bereitstellen.

Echte Gemeinschaft umfasst den Wert, den Menschen durch ihre Anwesenheit einbringen. Sie basiert nicht auf bestimmten Fähigkeiten, Wirtschaftskraft oder anderen Status Maßstäben. Der Wert eines Menschen in einer echten Gemeinschaft ist seine Gegenwärtigkeit und seine Beteiligung. Im Idealfall fällt niemand durchs Raster. Niemand rutscht weg, weil er zu depressiv ist. Niemand soll sich unsicher fühlen. Falls jemand in einem solchen Umfeld einen anderen Menschen ausschließt oder entmachtet, dann wird der Rest der Gemeinschaft eine Antwort darauf haben. Es ist nicht die Aufgabe des Menschen, der gerade am anderen Ende steht, um für seine Sicherheit und sein Recht auf Mitsprache zu sorgen. Eine echte Gemeinschaft befasst sich mit auftretenden Problemen.

Wir müssen handeln

Wenn wir nichts tun, unterstützen wir Missbrauch. Wenn wir davon ausgehen, daß die an einem Problem beteiligten wahrscheinlich gleichermaßen schuld sind, lassen wir eine Kultur zu, die Mitglieder herum schubst und Menschen hinausdrängt. Wenn wir die aggressiven Wenigen sich unangefochten ausleben lassen, unterstützen wir die Botschaft, daß hier kein Platz für ruhigere Menschen ist. Wenn wir uns nicht gegen Sexismus, Rassismus, Altersdiskriminierung und jede weitere Form von Diskriminierungen aussprechen, ermöglichen wir diese Dinge. Wir lassen jene, die sich irren los, und die Betroffenen müssen ohne unsere Unterstützung alleine damit fertig werden. Wir senden ihnen eine klare Botschaft, daß es uns egal ist.

Es gibt leider immer noch zu viele Gruppen, die bei auftretenden Konflikten entscheiden, daß es nicht ihre Verantwortung ist zu klären, was die Mitglieder einander antun. Es gibt immer noch Heiden, welche die Idee vertreten, daß Nichtstun eine moralische Überlegenheit darstellt. Fordere den Mobber nicht heraus. Frag nicht, was passiert ist. Schau nicht hin. Mache diese Angelegenheit nicht zu deiner Sache. Eines steht fest. So sieht eine moralische Überlegenheit wirklich nicht aus. Auf dieser Basis ist es nicht möglich, eine belastbare Gemeinschaft aufzubauen. Wenn es Konflikte gibt, müssen wir uns das genau ansehen, wie sich das auf uns alle auswirkt.

Gegenseitige Unterstützung

Wir brauchen Vermittlung und Diskussion. Wir brauchen eine neue Art der Gesprächskultur. Wir brauchen die Befragung und Unterstützung der Menschen, die Hilfe brauchen. Wir brauchen auch unbedingt Raum für Menschen, ihre Fehler einzugestehen, sich zu entschuldigen, zu lernen und weiterzumachen. Es braucht eine Gemeinschaft, um diese Art von Raum aufrechtzuerhalten und dafür zu sorgen, daß es funktioniert. Gute Beziehungen erfordern Anstrengung. Sie verlangen, daß du Zeit und Arbeit in diese einbringst und dich ausreichend darum kümmerst. Selbstzufriedenheit baut keine Gemeinschaft auf. Um einander zu helfen müssen wir die sozialen Modelle, wie sie uns in den Medien zum Beispiel in Seifenopern präsentiert werden, vollkommen ablegen.

Die in so vielen öffentlichen Räumen praktizierte “Wer zahlt schafft an” Einstellung muss aufgegeben werden. Wir müssen offenherzig miteinander umgehen. Wir müssen dazu bereit sein, einander entgegen zu kommen. Wir müssen dazu bereit sein, zu helfen, zuzuhören und uns einzubringen, um etwas Reales zu schaffen. Gemeinschaft ist das, was wir aufbauen, wenn wir uns genug darum kümmern und wenn wir ineinander investieren. Beim Aufbau einer Gemeinschaft schaffen wir Ressourcen zur gegenseitigen Unterstützung, Mittel zum Teilen und Mittel zur gegenseitigen Hilfe. Wir bereichern unser Leben und werden in vielerlei Hinsicht widerstandsfähiger.

Quelle: Der Text ist ein Auszug aus dem Buch Druidentum heute.

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