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Das Naturbewusstsein der Druiden

Das Naturbewusstsein der Druiden

Ein wesentlicher Teil unseres Erdenpfades besteht darin, die Gegenwart der lebendigen Natur im eigenen Leben wahrzunehmen. Viele Menschen in der modernen industriellen Welt sind umgeben von einem Kokon aus Technologie. Ihr Geist wird von den Medien überflutet. Sie leben und arbeiten in klimatisierten Gebäuden mit künstlichem Licht. Sie hören kommerzielle Musik und riechen synthetische Düfte.

Der sogenannte moderne Mensch steht in der Matrix seiner eigenen Natur gegenüber. Es wundert daher nicht, daß viele dieser Menschen die Natur selbst als einen unnötigen Luxus betrachten. Sie sind sich überhaupt nicht darüber bewusst, daß ihre glitzernde, künstliche Welt von Augenblick zu Augenblick von riesigen Mengen an Material und Energie abhängt welche immerzu aus dem Kreislauf der lebendigen Erde entrissen werden.

Inzwischen haben psychologische Studien aufgezeigt, daß viele Arten von Geisteskrankheiten einen zentralen Faktor gemeinsam haben. Entgegen dem Klischee verlieren psychisch Kranke nicht die Fähigkeit klar zu denken. Psychotische Wahnvorstellungen sind oft Meisterwerke einer in sich konsistenten deduktiven Logik. Das Problem besteht darin, daß diese elegante Logik den Kontakt zu allem verliert, was sich außerhalb seiner selbst befindet. Deduktionen werden zu Wahnvorstellungen wenn sie nicht mehr erkennen, wie die Welt tatsächlich funktioniert.

In der modernen Welt stehen wir vor dem gleichen Problem auf globaler Ebene. Die künstliche Umgebung in der so viele Menschen ihre ganze Zeit verbringen ist vollständig vom menschlichen Verstand geformt und gehorcht Regeln, die nichts mit der Funktionsweise der natürlichen Welt zu tun haben. Das verzerrt unser Denken über unzählige Themen. Unsere Kanalisation und die Müllabfuhr nehmen die von uns produzierten Abfälle aus unserem Blick. Wir verlieren die Tatsache aus den Augen, daß diese Dinge nicht einfach verschwinden und weg sind. Sie landen immer irgendwo. Geld steuert den Fluß von Waren und Dienstleistungen in unserer Welt. Wir verlieren den Überblick über die Tatsache, daß wir zum wohle des Geldes regelmäßig gegen die Gesetze der Natur verstoßen. Es ist nicht zu weit hergeholt zu behaupten, daß wir in einer Wahnvorstellung leben die real geworden ist. Wir leben in einer halluzinatorischen Fantasiewelt die in materieller Form erstarrt ist – die Matrix.

Der Weg aus dieser Halluzination ist so nah wie die Natur. Als Natur kann man all das bezeichnen, was nicht vom Menschen geschaffen wurde. Man könnte sie auch bezeichnen als das, was geboren wird. Das Druidentum beginnt mit dem Vertrauen in die Natur. Es beginnt mit der Erkenntnis, daß die natürliche Welt unsere Heimat, unsere Quelle ist. Sie ist unser Lehrmeister der Weisheit und wir müssen am dringendsten von ihr selbst lernen. Der Standpunkt eines Druiden ermöglicht uns eine dringend nötige Realitätsprüfung über das was aus der Natur kommt, also über das, was geboren wird im Gegensatz zu dem, was gemacht ist. Das ist das grundsätzliche Naturbewusstsein der Druiden.

Diesen Realitätscheck kann man überall um uns herum durchführen. Es ist wirklich wertvoll Zeit an unberührten Orten in der Wildnis zu verbringen. Weitab von allen Menschen und ihren Schöpfungen. Statt dessen von allen Seiten von lebendiger Natur umgeben. Der Mensch hat sich in solchen Umgebungen entwickelt. Wenn wir auf diese Weise den Kontakt zur Natur wieder herstellen gewinnen wir eine Verbindung zur Erde und dadurch eine neue Perspektive auf unser Sein. Die Vorstellung, daß die Natur nur isoliert vom Menschen existiert ist bestenfalls irreführend und dient nur als weitere Ausrede für einen gedankenlosen Konsum.

Viele Orte auf der Welt sind gemeinsame Schöpfungen von Mensch und Natur. Orte, an denen das Geschaffene und das Geborene miteinander tanzen und Schönheit und Heilung hervorbringen. Ländliche Gebiete welche noch nicht von der industriellen Agrarkultur verwüstet wurden sind voll von solchen Orten. Wo Felder, Weiden, Hecken und Obstgärten die Landschaft prägen und Häuser aus natürlichen Materialien gebaut sind finden auch Wildtiere und Pflanzen ihr zu Hause. Die meisten traditionellen Kulturen steuern die Schnittstelle zwischen Wildtieren und zahmen Tieren so, daß beide davon profitieren. Es ist durchaus möglich an einem solchen Ort der Natur genau so nahe zu kommen und so viel zu lernen wie in der Wildnis.

Selbst inmitten der modernen Städte ist die Natur präsent. Der Naturpädagoge Tom Brown Jr. beschreibt in seinem Feldführer zur vergessenen Wildnis Begegnungen mit zahlreichen wilden Kreaturen in der Innenstadt von New York City und anderen urbanen Zentren. Es ist nichts neues, daß sich wilde Tierarten immer mehr in den Städten ausbreiten. Betrachten wir die Natur in der Stadt etwas näher. Ein Gartenstück, das nicht viel größer ist als ein durchschnittliches Wohnzimmer kann dein Leben mit dutzenden von Wildkräutern (Unkraut) beglücken. Neben zusätzlich ausgewählten Kulturpflanzen finden unterschiedlichste Insekten und sogar Bienen eine Heimat. Dies alles kann deinen Geist nähren. Selbst hier können all diese Wesen dem Druiden Lektionen erteilen und das Naturbewusstsein der Druiden fördern. 

Die Tür zur Natur ist also viel näher, als es den Anschein hat. Die halluzinatorische Unwirklichkeit der modernen Industriekultur ist mindestens ebenso sehr eine Sache der selektiven Wahrnehmung wie alles andere. Es erfordert Zeit, Geduld und Mühe, diese Gewohnheit der “falschen Wahrnehmung” zu durchbrechen, aber die Ergebnisse machen den Aufwand um ein Vielfaches wieder wett.

Die Wiederkehr des Naturbewusstsein der Druiden

Die Zeit ist gekommen uns wieder an das zu erinnern wer wir wirklich sind. Wir müssen den engen geistigen Raum der halluzinatorischen Fantasiewelt aufsprengen, und aus diesem Käfig ausbrechen. Wenn es uns gelingt unsere Wahrnehmung wieder der Schöpfungsordnung zuzuwenden eröffnen sich uns neue Möglichkeiten der Lebensgestaltung. Die uns umgebende Natur hilft uns dabei diesen Weg zu beschreiten. 

Denken wir nur an die geistige Haltung der Druiden, der Unterscheidung zwischen Geborenen und Geschaffenen. Denken wir an das Naturbewusstsein der Druiden, an ihre Naturverbundenheit. Mit diesem Wissen können wir die Fehlentwicklungen der letzten dunklen Jahrtausende hinter uns lassen und in eine neue naturverbundene Zeit eintreten. Folgen wir dem alten Pfad. Erinnern wir uns an unsere ursprüngliche heidnische Lebensphilosophie und treten ein in ein Leben in Harmonie mit der Schöpfungsordnung.

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