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Die Landesgöttin Noreia

Die Landesgöttin Noreia

Die Landesgöttin Noreia, tief verwurzelt in der norisch-keltischen Lebensphilosophie, trägt eine reiche Geschichte und tiefe Bedeutung. Ihre Verehrung ist ein Spiegelbild der tiefen Verbundenheit der Kelten mit der Natur und der spirituellen Dimension des Lebens.

Der Name Noreia verbindet sich mit der keltischen Schutzgöttin des Landes, die in den alpinen Regionen verehrt wurde. Noreia wird als die Schutzgöttin des Bergbaus, des Schicksals, der Fruchtbarkeit und des Lebensglücks verehrt. Ebenso ist sie eng mit der heilenden Kraft des Wassers verbunden.

Diese Attribute ähneln stark den Eigenschaften der ägyptischen Isis, die auch als Göttin des Wassers, der Heilung und des Schutzes angesehen wurde. Es ist bemerkenswert, wie sich diese ähnlichen Themen in verschiedenen Kulturen und Kontinenten manifestieren.

Als die Römer mit Noreia konfrontiert wurden, erkannten sie offenbar die grundlegenden Eigenschaften der Göttin und nannten sie deshalb auch Isis-Noreia. Hier wird eine interessante Verbindung zu der ägyptischen Göttin Isis deutlich. Isis war eine der bedeutendsten Göttinnen im alten Ägypten, oft als die universale Göttin aller weiblichen Gottheiten angesehen. Ihr Geburtstag wurde angeblich am 15. August in Ägypten gefeiert. Sie repräsentierte die Göttin der Fruchtbarkeit, des Schutzes und der Weisheit. Sie wurde oft als Mutterfigur dargestellt, die ihr Kind, den Gott Horus, stillt. Dieses Bildnis von Mutter und Kind sollte später auch in christlichen Darstellungen von Maria und Jesus auftauchen.

Die Verehrung von Noreia war tief in der norisch-keltischen Lebensphilosophie verwurzelt. Diese Philosophie betont die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur, die Anerkennung der kosmischen Zyklen und die Verehrung der Natur als heilige Entität. Noreia verkörpert diese Vorstellungen perfekt. Als Schutzgöttin des Landes und der Fruchtbarkeit erinnert sie die Menschen daran, wie eng ihr Leben mit der Natur verbunden ist. Die Figur der Landesgöttin Noreia kann als Symbol für das Göttlich-Weibliche betrachtet werden, das in vielen Kulturen als Quelle der Schöpfung, des Schutzes und der Weisheit angesehen wird. Ihre Verehrung ist ein Aufruf zur Wertschätzung der weiblichen Energie in der Natur und im Universum.

Noreia und Maria Himmelfahrt

Noreia, die Landesgöttin von Norikum, ist nicht nur eine Gottheit, sondern verkörpert auch eine tief verwurzelte Verbindung zwischen den Menschen und der Natur. Besonders interessant ist die Verbindung zwischen dem Geburtstag von Noreia (ISIS) und dem Fest “Maria Himmelfahrt”, das am 15. August von der katholischen Kirche gefeiert wird.

“Maria Himmelfahrt” ist ein Fest, das im 5. nachchristlichen Jahrhundert durch Cyrill von Alexandrien eingeführt wurde und in der katholischen und der Ostkirche gleichermaßen gefeiert wird. Es markiert den Tag, an dem Maria, die Mutter Jesu, angeblich in den Himmel aufgenommen wurde und zur Himmelskönigin wurde. Dieser Tag wird auch mit der Fruchtbarkeit und dem Schutz in Verbindung gebracht, Eigenschaften, die auch in der Verehrung von Noreia eine bedeutende Rolle spielen.

Die Verbindung zwischen Noreia und “Maria Himmelfahrt” kann tiefer erforscht werden, indem wir die ursprünglichen Vorstellungen von Göttinnen und ihrer Beziehung zur Natur betrachten. In den frühesten Kulturen wurde die Große Göttin, die Magna Mater, als zentrale Gottheit verehrt. Sie repräsentierte nicht nur die Erde, sondern auch den Himmel und den Kosmos als Ganzes. Diese Vorstellung manifestierte sich später in verschiedenen Kulturen, wie im ägyptischen Glauben an die Göttin Nut, die den Himmel umspannte und mit kosmischen Kräften verbunden war.

Um den 15. August geht das Sternbild Jungfrau unter, und der Stern Spica, der die Ähre in den Armen der Jungfrau darstellt, spielt eine wichtige Rolle. Dieses Datum war in vielen Kulturen mit einer Göttin verbunden, die für die Fruchtbarkeit verantwortlich war. In Japan wurde die Himmels-Sonnengöttin Amaterasu gefeiert, die die Fruchtbarkeit des Landes repräsentierte. Bei den Azteken wurde die Göttin Huixtocihu verehrt, die durch den Regen die Fruchtbarkeit brachte. Auch in der römischen, slawischen und litauischen Kultur wurden Göttinnen verehrt, die mit der Fruchtbarkeit des Landes in Verbindung standen.

Diese Parallelen zeigen, wie tief verwurzelt die Verehrung der weiblichen Göttlichkeit und ihrer Verbindung zur Natur in verschiedenen Kulturen ist. Noreia, als Göttin des Landes und der Fruchtbarkeit, steht in dieser Tradition. Ihre Präsenz und Verehrung erinnern uns daran, wie essentiell die Harmonie zwischen Mensch und Natur ist.

Der Mythos von “Maria Himmelfahrt” kann daher als Weiterentwicklung dieser uralten Vorstellungen betrachtet werden. Die Verbindung zwischen dem Geburtstag von Noreia und diesem Fest zeigt die gemeinsamen Wurzeln in der Verehrung des Kosmisch-Weiblichen und der Kräfte, die Leben und Fruchtbarkeit bringen. Die Zeit um den 15. August, die auch als “Frauendreißiger” bekannt ist, ist traditionell mit Kräutersammeln verbunden, da die Pflanzen zu dieser Zeit ihre stärkste Heilkraft haben sollen.

Das Noreia-Heiligtum

Das Noreia-Heiligtums zeugt von der tiefen spirituellen Verbindung der norischen Kelten zur Landesgöttin. Es war ein Ort, an dem die Menschen zusammenkamen, um Opfer darzubringen, Gebete zu sprechen und rituelle Handlungen durchzuführen, um Noreias Segen und Schutz zu erlangen.

Die genaue Lage und Struktur des Noreia-Heiligtums sind zwar nicht genau bekannt, aber archäologische Funde und historische Aufzeichnungen deuten auf seine Existenz hin. Es wird vermutet, daß es sich um einen Ort von großer Bedeutung und spiritueller Energie gehandelt hat. Die Menschen kamen aus verschiedenen Regionen zusammen, um an den Ritualen und Festlichkeiten teilzunehmen, die im Heiligtum abgehalten wurden.

Die Verehrung der Göttin Noreia in diesem Heiligtum war wahrscheinlich mit verschiedenen kulturellen Praktiken, Opfergaben und Festlichkeiten verbunden. Die Menschen baten um Schutz für ihr Land, um Fruchtbarkeit für ihre Felder und um Segen für ihre Gemeinschaften. Es war ein Ort, an dem die norischen Kelten die Göttin um Beistand und Führung baten und ihre Dankbarkeit für die Gaben der Natur ausdrücken.

Das Noreia-Heiligtum verdeutlicht die Bedeutung der Göttin für das tägliche Leben der Menschen in der Region. Sie war nicht nur eine mythologische Figur, sondern eine lebendige Präsenz in ihren Herzen und in der Natur um sie herum. Die Verehrung im Heiligtum half den Menschen, ihre Verbindung zur Erde zu vertiefen und das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur aufrechtzuerhalten. In der heutigen Zeit können wir daraus eine wichtige Lehre ziehen. Es ist heute wichtiger denn je, die spirituelle Verbindung zur Natur aufrechtzuerhalten und die heilige Energie der Erde zu ehren. Die Verehrung der Landesgöttin Noreia in diesem Heiligtum war ein Ausdruck der Dankbarkeit und Ehrfurcht gegenüber der Natur und den Kräften, die sie lenken.

Erinnern wir uns daran, daß die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Natur für das Wohlsein unserer Welt von entscheidender Bedeutung ist. Die Göttin Noreia inspiriert uns dazu, wieder eine harmonische Beziehung zur Natur aufzubauen und die Göttlichkeit in allem Leben zu erkennen. Die spirituelle Praxis und Verehrung, die im Noreia-Heiligtum stattfanden, können uns heute dazu ermutigen, unsere Verantwortung als Hüter der Erde wahrzunehmen und die heiligen Geschenke der Natur zu schätzen und zu schützen.

Die Botschaft von Noreia, der großen Mutter, ist zeitlos und dringend. Sie ermutigt uns dazu, die Schönheit und Heiligkeit der Natur anzuerkennen und zu ehren. Ihre Verehrung ruft uns dazu auf, in Harmonie mit der Natur und uns selbst zu leben. In einer Zeit, in der Umweltzerstörung und Entfremdung von der Natur allgegenwärtig sind, können wir von Noreia lernen, wie wichtig es ist, in Einklang mit den Kräften der Schöpfung zu leben und die Erde zu schützen. Ihre Gegenwärtigkeit erinnert uns daran, daß wir ein Teil eines größeren Ganzen sind und daß die Verbindung zur Natur und zur Göttlichkeit grundlegend für unser Wohlbefinden und das Wohl der Erde ist.

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