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Die 3 Bethen, die keltische Trinität

Die 3 Bethen, die keltische Trinität
Wilbeth – Ambeth – Borbeth

In der keltischen Tradition sprechen wir von der dreifachen Göttin oder den 3 Bethen.

Am Fuße der Weltenesche Yggdrasil befindet sich die Quelle des Schicksals, die Urdquelle. Dort wohnen die drei Nornen und weben gemeinsam das Schicksal der Menschen und Götter. In der nordischen Mythologie sind die Nornen bekannt unter ihren Namen.

  • Urd (Schicksal/Vergangenheit),
  • Verdandi (das Werdende/Gegenwart) und
  • Skuld (Schuld; das, was sein soll/Zukunft).

Die 3 Bethen

Diese im keltischen Leben und Glauben zentrale und dominante weibliche Dreifaltigkeit fand später – weil offenbar manche Aspekte zu tief verinnerlicht wurden – sogar auf mehreren Wegen Eingang in die römisch-katholische Adaption des Christentums. Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) hatten die keltischen ‘Drei Bethen’ sogar einen fixen Platz im katholischen Heiligenkalender, den 16. September.  Und selbst heute noch stoßen wir in mehr oder weniger verschwiegenen Landkirchen von Bayern bis Südtirol auf diese seltsame Heiligen-Trinität, auf Wilbede, Embede und Warbede oder wie sie in lokalen Abwandlungen genannt werden mögen. Doch mit der ‘Taufe’ der Bethen zu den Hl. Frauen Wilbede, Embede, Warbede haben wir noch nicht alle christlichen Aspekte erforscht. Parallel zu dieser namentlich recht durchsichtigen Form wurde aus der Frauentrinität später das noch heute unübersehbar dominante Nothelferinnen-Trio Katharina+Margareta+Barbara kreiert. Das ist es auch, was in Wahrheit hinter der im Alpenraum allgegenwärtigen magischen Formel ‘C+M+B’ an den Türstürzen steht. Fälschlicherweise werden diese Symbole in der heutigen christlichen Tradition den heiligen drei Königen Caspar, Melchior und Balthasar zugeordnet. Katharina, die Helle, die Weis(s)e, Margareta, die zentrale Geburtshelferin und Barbara, die dunkle Beschützerin.

VergangenheitGegenwartZukunft
MorgendämmerungMittagstundeAbenddämmerung
WeißRotSchwarz
WilbethAmbethBorbeth
Geburt des Lichts, des Lebens und des WissensFruchtbarkeit, Kessel der FülleBeschützen und Heilen, Wächter des Übergangs
KatharinaMargaretaBarbara

Sogar die Symbole der ‘Heiligen Drei Madln’ weisen ganz ungeniert den durch hanebüchene Märtyrerinnen Legenden notdürftig kaschierten Weg zu unseren keltischen Wurzeln.  

Margarethe mit dem Wurm,
Barbara mit dem Turm,
Katharina mit dem Rad´l,
Das sind die Heiligen Drei Madl.

Ein im Alpenraum gebräuchlicher Merkspruch

Die 3 Bethen als Katharina, Margareta und Barbara

Das Rad der weis(s)en Katharina, welches Wilbeth sogar noch im Namen trägt (engl. Wheel), ist natürlich kein Marterinstrument sondern das Symbol des hellsten Sonnenlichts und das Symbol jenes Spinnrades auf dem die Schicksalsfäden der Menschen gesponnen werden. Der Lindwurm der blutroten Margareta stellt die Begleiterin der Urmutter dar. Die Urschlange welche wie die ‘Schlange’ (See = keltisch ‘Lind’) die irdische Wiedergeburt nach dem Tod verheißt und für den ewigen Kreislauf des Lebens steht. Und der Turm der schwarzen Barbara, der dunklen Borbeth, ist der Zufluchtsort, der bergende Schoß von Mutter Erde. Der ursprüngliche Ort der keltischen ‘Anderswelt’. Kein Wunder also, daß noch heute die Bergleute welche in den dunklen Berg einfahren vor allem zur Hl. Barbara beten! 

Kraft ihrer Eigenschaften gebot die – wie in den katholischen ‘Nothelferinnen’ noch immer sichtbare – Dreifache Muttergöttin nach Auffassung unserer ‘heidnischen’ Ahnen über das Licht, die Einsicht, die Weisheit, das Schicksal, über die Fruchtbarkeit, das Leben, die Fülle und die Sättigung. Sie gebot über das Heil, die Heilung, die Gesundheit, den Schutz und die Wiedergeburt sowie über alle anderen wichtigen Aspekte im unendlichen Kreislauf des Lebens. Inklusive der Legitimation der ‘rechtmäßigen’ Herrscher über Menschen und Tiere, ihrer Stellvertreter, sowohl in der sichtbaren als auch in der ‘anderen’ Welt. Sowohl die Vermählung mit ihrem Jahreszeiten Heros, die eigentliche ‘Heilige Hochzeit’ wurde bei den entsprechenden Jahreszeiten Festen rituell dargestellt als auch die Inthronisation des Königs, ihres ‘weltlichen Stellvertreters’, der mit der Übertragung der göttlichen ‘Souveränität’ Garant für Glück und Fruchtbarkeit im Bereich seines ‘Stammes’ war. Wie aber stand es damals um die maskulinen ‘Herr-scher’. Die so genannten ‘Herren der Schöpfung’ mit ihrem ‘kleinen Unterschied’ hatten im keltischen Mythos ursprünglich sehr untergeordnete Funktionen. Sogar später, als sich auch bei den Kelten das sogenannte Patriarchat weitgehend durchgesetzt hatte, blieb der Göttinnenpart ausschließlich weiblich besetzt. Erst im kulturellen ‘Wettstreit’ mit den sich überlegen fühlenden Griechen und Römern der Antike – und natürlich auch analog der eigenen gesellschaftlichen Entwicklung – werden die keltischen Heroen und Sohngeliebten der Muttergöttin, ihre temporären Liebhaber, Helfer und Stellvertreter, in ‘spätkeltischer’ Zeit selbst zu ‘Göttern’ hochstilisiert. Aber immer noch an der Seite von unabhängigen, unbesiegbaren, und unbezähmbaren Göttinnen welche sich als ‘Wilde Frauen’ der heimischen Sagen bis in unsere Zeit herüber retten konnten.

Gerade auf dem Gebiet des Königreich Noricum wurden die 3 Bethen als Nationalheilige und Muttergöttinnen verehrt. Sie sind Schenkende des Lebens und der Gesundheit und gelten als Beschützerinnen der Mütter und Kinder. Sie bildeten die göttliche Triade als Erd-, Mond- und Sonnenmutter. Der Glaube und der Kult um die drei gütigen Frauen welche durch die Lande reisen und weisen Rat erteilen und Gaben schenken hielt sich im Volk sehr lange.

Quelle: Auszug aus dem Buch Keltenland

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4 Kommentare zu „Die 3 Bethen, die keltische Trinität“

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